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Der American Bulldog - kein Hund für "Jedermann"?!
Der American
Bulldog ist nicht unbedingt - wie oft dargestellt - ein einfacher Hund! Selbst
bei guter Sozialisation und Erziehung kann er - muß aber nicht - gegenüber
anderen Artgenossen unverträglich werden, ab einem bestimmten Alter. Bei vielen
American Bulldogs fängt dies mit der Pupertät an, wo sie - nicht nur beim
Besitzer - Grenzen austesten und durch ihre imposante Erscheinung und Masse auch
häufig die Oberhand über andere Hunde haben. Sie müssen sich im Klaren sein,
dass aus dem süßen Welpen schnell ein massiger Hund mit viel Kraft und Power
wird, der - sollte er einen anderen Hund nicht leiden mögen - schnell mal aus
der Fassung und Rolle gerät. Dieses Paket muß man dann kontrollieren und halten
können, sonst ist ein Unfall vorprogrammiert. Nicht die Rasse eines Hundes ist
Schuld am Fehlverhalten eines Tieres...!
Die Charaktere der American Bulldogs fallen sehr unterschiedlich aus, von
überschäumendem, freundlichem Temprament, aufdringlichem Schmusebedürfnis und
unheimlichem Spieltrieb über untollerantem Verhalten gegenüber Artgenossen,
hohem Jagdtrieb, bis zu Zurückhaltung und Meideverhalten gegenüber Menschen.
Dies ist, meiner Meinung nach, aber nicht rassespezifisch oder ungewöhnlich
anders, als bei anderen Hunderassen auch.
Auch ist dies Verhalten wieder sehr individuell abhängig von vielen Faktoren,
wie vom speziellen Charakter des Welpen/Hundes, den Elterntieren, der
Prägungsphase beim Züchter in den ersten Wochen, beim Welpenkäufer, der die
weitere Prägung - meistens ab der 8. Woche - übernimmt, den allgemeinen und
besonderen Umwelteinflüssen und vielem mehr.
Den perfekten Hund gibt es wohl nicht, ebensowenig, wie den perfekten Züchter,
den perfekten Welpenkäufer oder einfach nur den perfekten Menschen, aber es
reicht, wenn Sie Ihren Hund lieben und nie aufgeben.
Bemühen Sie sich um eine gute Hundeschule, bei der Sie selber ein gutes Gefühl
haben. Sagt Ihnen Ihr Bauchgefühl, dass etwas merkwürdig ist und Sie sich Ihr
Unwohlsein dort nicht erklären können, schauen Sie sich noch andere Hundeschulen
an. Fragen Sie Freunde und Bekannte oder den Züchter, ob Sie eine Hundeschule
empfehlen können. Am besten machen Sie sich schon vor Anschaffung des Hundes
Gedanken darüber!
Oft wird man gemieden, wenn man sich einen American Bulldog anschafft.
Freunde/Bekannte haben oftmals (erstmal) Angst zu Besuch zu kommen. Leute
wechseln die Straßenseite aus Angst und Unkenntnis, Freunde der Kinder dürfen
nicht mehr zum Spielen mit den eigenen Kindern kommen, sie werden überrascht
sein, wie feindselig so manch einer daherkommt. Auch dies sollte man wegstecken
können, und wenn man einen gut erzogenen Hund hat, kann man evtl. sogar
Aufklärungsarbeit leisten und dem einen oder anderen Menschen die Angst nehmen.
Die Tendenz zum Hundesport ist bei jeder Rasse gegeben, doch ist nicht jeder der
American Bulldogs automatisch dafür geeignet und auch nicht jeder Hundeplatz,
der diese Sportart anbietet ist geeignet für die Ausbildung eines American
Bulldogs. Es sollte individuell entschieden werden, ob Ihr Hund dafür geeignet
ist. Es gibt mittlerweile einige American Bulldogs die erfolgreich im Hundesport
geführt werden, aber es sind trotz allem nicht automatisch alle dafür geeignet -
so wie es auch bei anderen Rassen ist. Es gibt vor allem wesentlich mehr
Hundeplätze, die sich mit anderen Rassen gut auskennen. Gute Hundeplätze für
eine Ausbildung im Hundesport für American Bulldogs sind derzeit noch dünn
gesät.
Es gibt mittlerweile viele Arten den American Bulldog sportlich auszulasten, sei
es nun durch Fährtensuche, Agility, am Fahrrad laufen, Sacco-Cart ziehen, uvm.
Auch ein Familienhund sollte ausgelastet werden und dies nicht nur körperlich,
sondern auch geistig, sonst kann es schnell zu einem Fiasko in Form einer
zerstörten Wohnungseinrichtung kommen, Dauerbellen, zerrupfte Kissen, zerstörte
Körbchen oder angefressene Teppiche sind da noch das Harmloseste.
Vorraussetzung für Aktivitäten jeder Art sollte zumindest ein Check der Hüften
und Ellbogen, so ab dem 16. Lebensmonat sein. Dann weiss man, was und wie man
mit seinem Hund arbeiten kann.
Die Rasse American Bulldog tendiert leider seit einiger Zeit zum Modehund und
wird oft ohne Plan und Ziel auf Teufel komm raus vermehrt, ohne auf irgendwelche
relevanten Dinge zu achten.
Achten Sie beim Kauf eines Welpen auf die Gesundheit der Elterntiere, lassen Sie
sich die Auswertungen schwarz auf weiss zeigen. Auf HD (Hüftdysplasie), ED (Ellbogendysplasie)
und NCL sollte bei den Elterntieren geachtet werden. Informieren Sie sich über
die Krankheiten umfassend im Internet, bei Ihrem Tierarzt, dem Züchter. Bilden
Sie sich Ihre eigene Meinung und lassen Sie sich nicht beschwatzen, gesunder
Menschenverstand ist gefragt. Geld, was Sie beim Kauf eines billigen Welpen
sparen (weil die Eltern diese Tests evtl. nicht haben), stecken Sie nachher -
wenn Sie Pech haben - umso mehr in Tierarztkosten. Jeder Hund kann mal krank
werden und auch beim besten Züchter kann dies vorkommen. Ein guter Züchter
sollte dann frühzeitig informiert werden und sollte in einer Form Hilfe
anbieten, die allen Seiten gerecht wird.
Es gibt - wie bei jeder Rasse - positive genauso wie negative Dinge beim
American Bulldog. Man sollte sich daher vor der Anschaffung darüber im Klaren
sein, ob man mit den geschilderten Situationen leben und umgehen kann, wenn
diese dann evtl. eintreten sollten. Sonst ist nachher der Hund der Leidtragende
der seine Familie und seinen Halt verliert.
Ein Hund ist eine Verpflichtung für lange Zeit, keine Sache, die man abschieben
sollte, wenn es unbequem wird!
An dieser Stelle möchte ich
das Buch "Tipps vom Hundeflüsterer" von
Cesar Millan empfehlen. Sie finden eine
Beschreibung auf unserer Homepage unter "Bücher".
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